Kolping Workcamp „School for Life“
August 2009
Im Rahmen ihres Work-Camps gestalten sie jährlich
verschiedene soziale oder ökologische Projekte,
sprich fehlende Anlagen oder Verschönerungen, wie zum
Beispiel das Pflastern und Beete anlegen in unserem
Gästebereich oder ein Malerprojekt der Türen und
Wände in der Schule. Diesmal ist ein neues Strohdach
eines Familienhauses fällig, das bei starkem Regen
nicht mehr dicht hält. Unsere fleißigen Besucher
dürfen sich hier richtig schmutzig machen...
Auf unserer Farm gelandet gibt es am Eingangstor einen Empfang von zwei traditionell gekleideten Mädchen und zwei Lehrern, ein Getränk und einen kleinen „Überlebensbeutel“ überreichen.
Sie haben sich für ein wörtliches Camp(ing) entschieden, in freier Natur unter einem Holzdach am Fuße der Farm. Hier breiten sie nun Matratzen und Zelte, Moskitonetze und Schlafsäcke um die dicken Koffer herum aus und machen es sich gemütlich. Sogar Licht gibt es hier für sie.
Nach und nach findet die eine oder andere kleine neugierige Nase ihren Weg ins Camp, um Hallo zu sagen und zu inspizieren, was hier passiert. Die ersten Jonglierbälle fliegen schon durch die Luft, und wenig später auch die ersten Kinder.
selber welche. Aus Vogelfutter und Luftballons.
Und dann wird fleißig geübt. Sieht einfacher aus als
es ist. Aber die Kinder sind motorisch sehr
geschickt, denn viele ihrer Murmel- und Steinspiele
haben aus ihnen Profis im schnellen Fangen gemacht.
on in allen Varianten von all den
internationalen Gästen kennengelernt. Und dafür
werden nun große Mengen Teig von allen gemeinsam
hergestellt. Da taucht der eine oder andere
(gewaschene!) Finger schon mal gern hinein. Und kurz
darauf können die Pfannen heiß gemacht werden -
natürlich auch von den Kindern selbst. Ein bisschen
Anleitung brauchen sie schon noch, damit es keine
Kaiserschmarrn werden. Und die kleingeschnittenen
Äpfel kommen in einen riesen Topf mit etwas Wasser
und viel Zucker. Die kleinen Köche bleiben fleißig
dabei und rühren und braten Pfannkuchen mit Apfelmus
für die ganze Schule. Stolz werden diese nach dem
Mittagessen an alle verteilt. Einige finden diesen
Apfelmatsch merkwürdig, aber die Kindergartenkinder
stürzen sich mit bloßen Fingern darauf und lecken
alle Teller sauber.
Mit Hammer, Nägeln und Drähten werden die Teile
überdeckend befestigt. Das ganze bei 30 Grad zwingt
zu vielen Trinkpausen. Doch an Händen fehlt es nicht.
Und die 32- köpfige Familie freut sich natürlich
riesig über ihr neues Dach.
Herzlichen Dank, liebe Kolping- Teilnehmer, und auf Wiedersehen im nächsten Jahr!
31. August 2009
Maria Hildesheim
(Studentin aus Potsdam)
*Dicke Koffer*
In Chiang Mai laden wir unsere zwölf jungen Gäste und ihre übergewichtigen Koffer in unseren Pick Up. Das passt gerade so. Was habt ihr denn da alles drin? „Geschenke für die Kinder“. Die haben sie vorher wochenlang bei verschiedenen Firmen erworben, erklären sie uns. Viva Werbegeschenke!Auf unserer Farm gelandet gibt es am Eingangstor einen Empfang von zwei traditionell gekleideten Mädchen und zwei Lehrern, ein Getränk und einen kleinen „Überlebensbeutel“ überreichen.
*Das Kolping Camp*
Unsere Neuankömmlinge gehen es langsam an. Das muss man hier auch. Sich Zeit nehmen zum Ankommen und Akklimatisieren. Es ist ein heißes, feuchtschwüles Klima.Sie haben sich für ein wörtliches Camp(ing) entschieden, in freier Natur unter einem Holzdach am Fuße der Farm. Hier breiten sie nun Matratzen und Zelte, Moskitonetze und Schlafsäcke um die dicken Koffer herum aus und machen es sich gemütlich. Sogar Licht gibt es hier für sie.
Nach und nach findet die eine oder andere kleine neugierige Nase ihren Weg ins Camp, um Hallo zu sagen und zu inspizieren, was hier passiert. Die ersten Jonglierbälle fliegen schon durch die Luft, und wenig später auch die ersten Kinder.
*Mini - Olympiade*
Nach ein paar entspannten Tagen der Eingewöhnung und ersten Kontakte mit sowohl jungen als auch älteren Kindern bereiten die Kolpings eine kleine Spiele-Olympiade vor. Hierzu gehören sechs Stationen, sodass alle Kinder gleichzeitig mitspielen können. Es gibt ein Englisch Quiz, Luftballons am Fuß zertrampeln, Topfschlagen, Tauziehen, Sackhüpfen und Feuer- Wasser- Sturm. Bei letzterem braucht es einige Anläufe, bis es ins Rollen kommt - sie kennen das Spiel anscheinend noch nicht. Alle haben eine Menge Spaß und bekommen viele kleine Preise oben drauf.*Englisch - Lehrer auf Kurzzeit*
Der Älteste der deutschen Work-Camp-Gäste ist schon ein junger Lehrer am Gymnasium und brennt nun darauf, hier einmal unterrichten zu dürfen. Na klar, gerne. Und wenig später wird ihm seine neue Klasse vorgestellt. Die Neunte. Sie bekommen mitgebrachte Briefe auf Englisch, die die Schüler der deutschen Klasse an die School for Life - Kinder geschrieben haben. Hübsch bemalte bunte Blätter, teilweise mit Fotos von den westlichen Blondies. Und nun darf kreativ geantwortet werden.*Tanz - Workshop*
Dass die Kinder der School for Life so tanzbegeistert sind, hatte sich schon längst bis nach Deutschland herumgesprochen, und so hat eine Kolping-Teilnehmerin eine kleine Performance mitgebracht, die sie mit den Kindern hier zusammen einstudieren möchte. Nun tönt DJ-Bobo aus den Boxen und die Mädchen schmunzeln und sind gespannt, was kommt. Unsere neue Tanzlehrerin und ihre zwei männlichen Assistenten legen los. Die Kinder lernen schnell, obwohl der Rhythmus ihnen neu zu sein scheint. Nach ein paar rechts-links-Schwierigkeiten haben es eine Stunde später auch die letzten drauf. Der Tanz ist show-reif; welche Show, das wird noch nicht verraten.*Was fehlt?*
Eine Woche lang haben unsere Gäste nun das Gelände und die Lage unter die Lupe genommen und mit den Familienlehrern zusammen beschlossen, dass ein neues Dach in einer der fünf Familien am dringendsten ist. Die Aktion kann beginnen. Was brauchen wir? Wo bekommen wir es her? Wieviel und wie teuer? All das wird von den jungen Schülern und Studenten genauestens kalkuliert. Doch die benötigten Strohstücke werden im Dorf handgefertigt und sind leider nicht in der gefragten Menge vorrätig. Die Recherche läuft. In der Zwischenzeit gibt es weitere Projekte…*Barfuß - Pfad*
Was dieses Gebilde hier auf dem Boden darstellt, fragt eine Schülerin der School for Life und deutet auf einen merkwürdigen Pfad mit unterschiedlichen Steinchen, Gras und Rinde, der die Form eines Tausendfüßlers annimmt. „Da kannst du mit nackten Füßen rüber laufen und erraten, was es ist.“ „Hääh und wofür?“, fragt sie weiter…denn viele Kinder sind im Dschungel und kleinen Dörfern aufgewachsen, wo sie stets barfuß herumliefen. Natürlich kennen sie alle Boden- und Steinformen bis auf die schön geschliffenen weißen Kiesel aus dem Baumarkt. Davon sind auch schon wenig später kaum noch welche im vorgesehen Feld zu finden.*Kinderzirkus*
Zwei außerordentlich sportliche junge Männer können schnell für Akrobatik begeistern, und schon hüpfen junge und ältere Kinder über die Wiese, machen Purzelbäume und Saltos. Es geht über zur Bodenakrobatik zu zweit. Nachdem alle warm sind, wird unter genauster Anleitung eine große Pyramide gebaut. Erst fünf, dann sechs und dann SIEBEN Kinder übereinander. Das wackelt und hält. Und in ein ordentliches Zirkusgeschehen gehören natürlich auch Jonglierer. Da die Bälle jedoch nicht für alle Kinder reichen, basteln wir uns eben
*Endlich Elefanten*
Schon auf dem Weg nach Chiang Mai überlegen sie, was sie alles essen möchten, sehen möchten, kaufen möchten. Der Anflug von touristischen Passionen wird von der Kolping- Leiterin aufgenommen und in die Planung für das Wochenende geschoben. Auf jeden Fall wird es eine Tour in ein nahe gelegenes Elefantencamp geben und eine Wasserfahrt auf einem Bambusfloß. Auf diesem Wege geht es außerdem vorbei an einer Orchideen-Farm und in kleine Handwerker-Dörfer, bevor der abendliche Sonntagsmarkt auf einen Souvenirbummel einlädt. Ein wahrlicher Höhepunkt ist Chiang Mai von oben. Vom wunderschönen Doi Suthep Tempel aus, der auf einem Berg am Rande der Stadt liegt, hat man einen herrlichen Ausblick über die gesamte Gegend.*Pfannkuchen mit Apfelmus*
Es gibt fragende Gesichter, denn einige haben noch nicht ganz verstanden, wofür so unzählig viele Äpfel geschält werden müssen. Zumal die hier sowieso eher selten gegessen werden. Aber die „Pancakes“ haben die Kinder der School for Life sch
*Bitte lächeln*
Zwei glitzernde zarte Gesichter zweier Thai-Schönheiten strahlen ihr bezaubernstes Lächeln durch einen hübsch dekorierten Bilderrahmen aus Naturmaterialien. „Shot, shot, shot“, knipst es von drei Seiten. Die nächste bitte. Sie hält einen kleineren Rahmen aus Bambus mit frischen bunten Blüten und grünen Blättern beklebt; andere sind bespickt mit Muscheln. Die besten Bilder kommen durch den Drucker und finden sich bald in einer schuleigenen Ausstellung wieder - in den selbstgebastelten Bilderrahmen natürlich.*Indianer – Tag*
‚Die Farangs (Westler) und ihre Indianergeschichten‘, denken sich vielleicht manche Kinder, die von dieser Kultur schon von den letzten Besuchern gehört haben. Im Café tummelt sich ein Haufen kleiner angehender Indianer. Mit Schminke an den Fingern rennen sie den Deutschen hinterher und ‚flatsch‘ sind diese auch schon markiert. Ob jung oder alt, Mädchen oder Junge, alle fädeln Perlenschmuck, schminken sich oder flechten sich Bänder in die Haare. Ein paar ältere Jungen bauen auf der Wiese ein richtiges Tipi - drei Meter hoch. Andere sind in den Dschungel gelaufen, um Holz zu suchen. Und am Nachmittag wird der Knüppelteig vorbereitet. Nach dem Abendbrot gibt es einen kleinen Fackel- Marsch um die Farm herum und dann wird das Lagerfeuer angezündet.*Hurra! Ein neues Dach*
Der Essenbereich der Sukzan-Familie ist nun schon einige Tage dachlos. Das alte Stroh ist wahrhaftig zu Staub zerfallen. In der Zwischenzeit kommen endlich die Lieferungen der gewünschten Teile und die Arbeit kann nun richtig beginnen.
*Bunter Abend*
Die Vorbereitungen laufen heiß. Ein paar Jungen testen die Stereoanlage und das Mikro. Hier werden ein paar Luftballons aufgeblasen, dort die Bilderrahmen aufgehängt. Die Mädels werfen sich in Schale. Die Kolpings kochen Paradiescreme und backen Brot aus dem restlichen Knüppelteig. Alle sind immer aufgeregt, wenn es heißt „Party heute Abend“. Den Gästen steht jedoch ein wenig die Abschiedstrauer im Gesicht. Sie kuscheln schon den ganzen Tag mit ihren Kindern und die eine oder andere Träne hat man auch sehen können. Nun heißt es „alle ab in den Theaterraum“ und da wird es bald schon sehr warm. Das Programm ist so bunt wie die 130 Kinder auf der Zuschauer-Tribüne: Traditionelle Lanna- (northailändische) Tänze mit und ohne Blütenschalen in den Händen stehen im Kontrast zum „Jump-Style“ - Tanz mit holländischen Wurzeln, der in den letzten Tagen gemeinsam einstudiert wurde. Aber auch der DJ-Bobo-Tanz und Makarena sind auf dem Programm. Zwischendurch gibt es Snacks vom Buffet, Preise für die schönsten Bilderrahmen und als Höhepunkt die Übergabe von riesigen Geschenk-Paketen an jede Familie, die von den Kolpings liebevoll zusammengestellt wurden. Darin befinden sich allerlei nützliche und auch Spielsachen, und für alle Kinder gibt es ein Paar neue Schuhe und Socken. Der Abend dehnt sich und die Kleinsten sind schon längst auf dem Schoß der Größeren eingeschlafen.Herzlichen Dank, liebe Kolping- Teilnehmer, und auf Wiedersehen im nächsten Jahr!
31. August 2009
Maria Hildesheim
(Studentin aus Potsdam)


